Artikel teilen! Band des Tages: Culcha Candela: Berlin bescherte uns die Loveparade, Gangsterrap, Neo-NDW und mit Seeed die erste bekannte deutschsprachige Dancehall- ...
Man muss nicht Adam Riese
heißen, um zu erkennen, dass ihre Mischung aus Reggae, Dancehall, Salsa, Hip Hop und Ragga in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Patois genug Potenzial birgt, Langeweile gar nicht erst
aufkommen zu lassen. Und so sind sie es, die 2004 die Tradition von Sean Paul, Seeed und Gentleman fortsetzten, mit Dancehalladaptionen den (ebenso traditionell leicht verspäteten) Soundtrack des
Sommers zu landen. "Union Verdadera" erhält weitgehend gute Kritiken, die gleichnamige Singleauskopplung rockt die nationalen Reggaeveranstaltungen.So haben sich die Berliner in den letzten drei Jahren zu einer der beliebtesten Livebands der Nation gemausert und gingen auch schon in einem Bus gemeinsam mit den französischen Hip Hop Stars Saian Supa Crew auf Tour, deren Musik auf einer zumindest ähnlichen Schiene fährt. Als Gegenpol zu den unzähligen Open-Mic-Sessions und 1on1-Battles der Hauptstadt, veranstalten Culcha Candela jeden Monat in Berlin die Culcha Nite. Im Vordergrund steht hier das friedliche Zusammensein von Fans verschiedener Genres, ohne dabei jemanden auszugrenzen und sich auf seine eigene Crew zu versteifen.
2005 remixt die Truppe, deren Namen zu deutsch übrigens so viel wie "Heiße Kultur" bedeutet, "Sientelo", den Sommerhit von Speedy und Lumidee.
Nach einem stürmischen 2005 begibt sich die Band 2006 zurück in die Hauptstadt und arbeitet am neuen Album. Man nimmt sich des Konzepts des Konzeptes an. Alles soll "schöner, besser, größer" werden und wie genau die Umsetzung aussehen soll, stellt sich nach zahlreichen Sessions heraus. Nach fünf gemeinsamen Jahren sind sich die Herren ihres Stils so sicher, dass sich Entspannung über ihr drittes Studioalbum legt. Weg vom Reggae, hin zum Hip Hop, auch ein wenig von Weltpolitik, hin zu Persönlichem. Und so gelangt die Gruppe zu einer bisher nicht dagewesenen Professionalität, die aber ihre Leidenschaft nicht ersticken soll.
Was nach einem schwierigen und komplizierten Unterfangen klingt, mündet im Spätsommer 2007 schließlich in einem leichtfüßigen selbstbetitelten Album. Kraans de Lutin (auch tätig für Martin Jondo und Tiger Hifi) und Andreas Herbig (u.a. für Ich & Ich, Reamonn) und Culcha selbst produzieren "das Album". Denn nicht nur die Texte sollen persönlicher sein, auch die dahinter liegende Musik soll direkt aus den Fingern der Band bei den Fans ankommen.
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